Ausstellung

ARENA FÜR EINEN BAUM
27. April – 6. Juni 2021
VERLÄNGERT BIS ZUM 06.06.2021

Eine begehbare Kunstintervention von Klaus Littmann

Münsterplatz, Basel

Rahmenprogramm | Publikation

Was vor rund 30 Jahren als künstlerisches Gedankenspiel von Klaus Littmann begann, und 2019 im Klagenfurter Wörtherseestadion zur Umsetzung kam, wird in Basel mit einem ganz neuen Ansatz weitergeführt. Waren es in Klagenfurt 299 Bäume, die ein Fussballstadion füllten, so konzentriert sich hier alles auf einen einzigen Baum. Er ist das Zentrum einer öffentlich zugänglichen Arena, mitten auf dem vielfrequentierten Münsterplatz. Mit der Intervention Arena für einen Baum setzt Littmann seine Darstellung der Idee von Max Peintner aus den frühen 1970er Jahren fort, die er 2019 mit For Forest begann. Die Arbeit fordert unsere Wahrnehmung heraus und schärft den Blick für die Zukunft im Verhältnis zu Mensch und Natur.

Arena für einen Baum - begehbare Kunstintervention von Klaus Littmann, Münsterplatz Basel, 2021

Der Baum ist das Zentrum der begehbaren Kunstintervention mitten auf dem Basler Münsterplatz. Ein Stellvertreter für den Wald und zugleich eindringlicher Botschafter für die Natur und deren Erhalt wie auch Testimonial für den Ausstellungszyklus.  Die Arena ist geformt wie ein runder Korb aus lockerem Geflecht, der den Baum schützend umgibt – acht Meter hoch, fast bis zu dessen Spitze. Äussere Form und Struktur der einzelnen Lamellen sind in ihrer Unregelmässigkeit denen eines Baumes nachempfunden. Gemeinsam mit der umlaufenden Tribüne im Innern bilden sie die Jahresringe ab.

Bei der Wahl des Baumes, entschlos sich Enzo Enea schliesslich auf den Eisenholzbaum, die Parrotia Persica aus der Familie der Zaubernussgewächse. Der langsam wachsende bis zu 10 Metern Wuchshöhe erreichende Eisenholzbaum, so lässt der Name bereits vermuten, ist von sehr dichtem, hartem Holz und so schwer, dass es sich um eine der wenigen Holzarten handelt, die nicht auf dem Wasser schwimmt. Seine Blätter zeigen im Herbst eine spektakuläre Farbpalette von gelb bis rot. Der ursprünglich aus Persien und dem Kaukasus, wo ebenfalls kontinentales Klima herrscht, stammende Eisenbaum, ist an ausgeprägte Jahreszeiten gewohnt. Er mag die Wärme, ist zeitgleich winterhart und verträgt das Stadtklima besonders gut. Diese Robustheit, die sich zusätzlich durch kaum auftretenden Schädlings- oder Krankheitsbefall auszeichnet, qualifiziert den stressresistenten Eisenholzbaum zum perfekten Protagonisten, der auch in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels bestens gewappnet ist: ein Baum der Zukunft. 


Kollaboration mit dem Naturhistorischen Museum Basel
Hören Sie was Ueli Meier Bosshard, Forstingenieur ETH und Leiter Amt für Wald beider Basel zur Wichtigkeit des Waldes als Teil unseres Ökosystems zu sagen hat. Wenn Sie mehr dazu erfahren wollen, wie es um unseren Planeten steht, besuchen Sie die Sonderausstellung ERDE AM LIMIT im Naturhistorischen Museum Basel, an der Augustinergasse 2.
www.erdeamlimit.ch

Kollaboration mit dem Museum der Kulturen Basel
Der Baum der Arena soll später in Basel Wurzeln schlagen. Andernorts werden Wurzeln von gefällten oder abgestorbenen Bäumen genutzt, um Skulpturen herzustellen. Die Kunst des Schnitzens wird in vielen Kulturen danach beurteilt, ob das Werk aus einem Stück Holz hergestellt werden kann. Derzeit werden einige dieser Schnitzwerke im Museumshof vom Musuem der Kulturen Basel  und in den Ausstellungensräumen präsentiert. 
www.mkb.ch


Die Arena für einen Baum ist Teil der Ausstellung Tree Connections, die vom 11. Mai bis 11. Juli zu sehen sein wird. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog im Hatje Cantz Verlag und es wird ein vielfältiges öffentliches Programm geboten.